Die Vogelwelt Wangerooges ist wenn man so will zweigeteilt. Im Inselinneren halten sich in den vielfältigen Lebensräume (Wald, Heide) – zahlreiche Singvogelarten auf wie Wiesenpieper, Fitis oder Bachstelze. Auf den Wiesen im Inselinnern finden sich häufig Graugänse ein, aber auch Weißwangengänse und andere Entenvögel. Das Wattenmeer dagegen und auch die offene Seeseite wird v.a. von Möwen, Kormoranen und Watvögeln frequentiert. Zu Zugzeiten in Frühjahr und Herbst finden sich Millionen von Zugvögeln ein, um hier Rast und Nahrung zu suchen.

Die meisten Vögel wird man auf Wangerooge (und den Nordseeinseln insgesamt) im Wattenmer finden, wo sie bei Ebbe zu Tausenden ihre Nahrung suchen. Bei Flut rücken sie eng zusammen und stehen am Rand des Wattes in den Salzwiesen oder sammeln sich v.a. auf den großen Sandflächen der Ostspitze. Im Inselinneren sammeln sich v.a. auf den Weideflächen im Westen der Insel verschiedene Gänsearten und selbstverständlich auch Möwen, auf Wangerooge v.a. Silber- und Lachmöwe. Wer über das Inselinnere fährt oder geht sieht gelegentlich einen Turmfalken über der Heide rütteln oder eine Kornweihe.

Scharen von Alpenstrandläufern bei Flut an der Wangerooger Ostspitze

Das ganze Jahr über sind weniger Arten sesshaft, darunter selbstverständlich die unvermeidliche Silbermöwe. Die allerdings erst mit erreichen Ihres 4. Lebensjahres ihrem Namen tatsächlich gerecht wird, während die Jungvögel noch ein braunes Gefieder tragen. Manchmal kann man ganze Möwenschwärme in der Luft stehen, in dem die einzelnen Vögel immer wieder Schleifen fliegen. Meist sind es fliegende Ameisenschwärme, die sich die Möwen sozusagen in den offenen Schnabel fliegen lassen.

Wer die Zedeliusstraße Richtung Strandpromenade entlangflaniert wird sicher die Dohlen bemerken, die zwischen den Besucherströmen das Pflaster nach Verwertbarem absuchen. Aber damit nicht genug: Frech – machen sich über Vorräte in Fahrradkörben her, stibitzen Obst bei den Supermärkten, besuchen Wohnungen und suchen dort Essbares. So ist es auch uns passiert, dass uns Dohlen bei offener Balkontür einen Besuch abstatteten und die Mülltüte aufhackten.

Kormoran


Der Name des Kormoran stammt aus dem Lateinischen corvus marinus, was übersetzt soviel wie Meerrabe. Bei Anglern und Fischern ist dieser Vogel außerordentlich unbeliebt, da seine Hauptnahrung Fisch ist, den er tauchend erbeutet. Kormorane sieht man häufig mit ausgebreiteten Flügeln exponiert auf Pgählen und Buhnen sitzen. In dieser Haltung beschleunigen Sie das Trocknen des Gefieders. Kormorane auf Wangerooge finden häufig auf Buhnen oder am Hafen und am Anleger.

Sanderling

Den Sanderling kann man oft beobachten, wie er am Spülsaum entlangläuft und Essbares aufpickt. Dabei bewegt er sich mit raschen Trippelschritten entlang dem Spülsaum, folgt in seinem Zickzcklauf den auf- und ablaufenden Wellen. Der kleine Watvogel aus der Gattung der Strandläufer ist hauptsächlich im Winterhalbjahr anzutreffen, aber auch in den übrigen Monaten sind einzelne Exemplare auf der Insel anzutreffen.

Steinwälzer


Steinwälzer gehören zu den Schnepfen. Er ist sozusagen der Gewichtheber unter den Nordseevögeln, wie man schon an seiner gedrungenen oder kompakten Gestalt erkennen kann. Bei der Nahrungssuche dreht er oft Steine oder Muscheln um, oder er kehrt ganze Tang-Ansammlungen um. Der Steinwälzer ist sozusagen ein Allesfresser, der Muscheln und Schnecken aufhackt, Zweiflügler und ihre Larven verspeist aber auch vegetarische Nahrung (Krähbeeren) zu sich nimmt. Auf Wangerooge sind die Steinwälzer fast unfehlbar an den Buhnen zwischen den Silbermöwen anzutreffen. Auf den ersten Blick sind die dunklen Vögel gegen die Basaltsteine schwer auszumachen. Die Folgende Aufnahme machte ich am westlichen Deckwerk Wangerooges während des Sturmtiefs Kirsten. Bei Windstärke 8 Bft. hatten die Vögel anscheinend keine Lust mehr, abzuheben.